Frankfurter Kinder-Universität 2025

Liebe Schülerinnen und Schüler, liebe Kinder-Uni-Fans! 

Das war sie, die 22. Ausgabe der Frankfurter Kinder-Uni. 

Diesmal ging es um gefräßige Riesenschlangen in der Grube Messel, um eitle Kaiser im alten Rom, um Zähne und wie man sie ersetzen kann – und um den berühmten Teppich von Bayeux. Vier Tage lang war der Unicampus Westend wieder fest in der Hand der Acht- bis Zwölfjährigen, und das hat uns allen gut gefallen. Rund 10.000 Kinder waren in diesen Tagen zu Besuch an der Kinder-Uni und haben den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler mit Neugier und hoffentlich auch viel Spaß gelauscht. So schade, dass es schon vorbei ist!

Aber nach der Kinder-Uni ist vor der Kinder-Uni, und so freuen wir uns alle schon auf die 23. Ausgabe, die in der Woche vom 7. September 2026 stattfinden wird. Noch stehen die Themen nicht fest, aber eines ist schon jetzt sicher: Es wird wieder spannend!

Hier ein paar Eindrücke von unserer 22. Frankfurter Kinder-Uni. Weiter unten gibt es auch die Videos der Vorlesungen.

(Fotos: Uwe Dettmar)

Tag 1: Rätsel aus der Grube Messel

Heute ist die Grube Messel nahe Darmstadt eine ziemlich trockene Angelegenheit. Vor 47 Millionen Jahren jedoch gab es hier einen tiefen See mit einer vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt. Hier lebten Uräffchen und Krokodile, Urpferdchen, Fledermäuse und Riesenschlangen.  Dr. Renate Rabenstein und PD Dr. Krister Timothy Smith vom Senckenberg-Museum zeigten im Hörsaal, wie das ausgesehen haben könnte. Gemeinsam mit den Kinder-Uni-Studis rätselten sie darüber, warum die urzeitliche Riesenschlange trotz ihres besonderen Infraschallsensoriums für Warmblüter offenbar sehr gern kaltblütige Eidechsen und sogar ausgewachsene Krokodile verspeiste. 

Foto: Bühne frei für die 22. Frankfurter Kinder-Uni: Vizepräsidentin Viera Pirker, das Referententeam des ersten Tages Krister Timothy Smith und Renate Rabenstein, Markus Bernards und Anke Sauter vom Orgateam und Kameramann Gregor Brinkmeier.

Würde sich über ein Wiedersehen in ein paar Jahren freuen: Vizepräsidentin Viera Pirker, zuständig für Studium und Lehre, bei ihrem Grußwort an die Kinder im Hörsaal. 

Pferdezahn und Urpferdchenzahnmodell: Das Team Rabenstein/Smith aus der Paläontologie machten die Kinder-Uni-Studis mit der vielfältigen Tierwelt vertraut, die vor 47 Millionen Jahren in der Grube Messel lebte.

Krister Smith mit Urzeitäffchen Ida, natürlich in Plüschversion.

Expertin für die Grube Messel: Renate Rabenstein vom Senckenberg-Museum.

Tag 2: Kaiserliche Eigenwerbung

Mit Münzforscherin und Archäologin Prof. Fleur Kemmers ging es dann in der Vorlesung „Der Kaiser in der Spardose“ ab in die römische Antike. Man kann viel lernen von den Münzen der Kaiserzeit. Denn die Kaiser nutzten diese Münzen, um sich selbst und ihre Herrschaft darzustellen: Der eine zeigte, dass die Menschheit ihm das Kolosseum verdankt, der andere wollte gern als besonders freigiebig wahrgenommen werden oder als Liebling Jupiters. Nach des Kaisers Tod zeigte sich, welches Bild die Leute von ihm hatten: Manche Münzen wurden bewusst beschädigt, andere als Schmuck getragen. 

Botschaften aus der römischen Antike: Fleur Kemmers und Markus Möller hatten zur Anschauung einige Münzen im Hörsaal dabei.

Damit alle gut sehen können, werden die Objekte mit der Handkamera gefilmt und auf der großen Leinwand gezeigt.

Kaiser in der Sprachdose? Münzforscherin Fleur Kemmers konnte die Begeisterung für römische Münzen und die Geschichten, die sie erzählen, an die Kinder weitergeben.

Tag 3: Wie man Zähne macht

Um Zahnersatz bei Erwachsenen ging es am dritten Tag. Einige unserer Kinder-Uni-Studis kannten das schon aus eigener Erfahrung: So ein Zahnabdruck kann lästig sein und ein bisschen eklig. Da ist es doch eine gute Nachricht, dass es auch anders geht, nämlich mit einem Intraoral-Scanner, der das Gebiss digital erfasst. Dr. Steffani Görl, Dr. Kathrin Seidel und Sebastian Heuser zeigten den Kindern, wie man Abdruckmasse herstellt und wie man mit dem Intraoralscanner hantiert. Was wohl mehr Spaß macht – zumindest wenn man nicht auf dem Patientenstuhl sitzt?

Ein großer Fan der Frankfurter Kinder-Uni: Oberbürgermeister Mike Josef begrüßte die Kinder-Uni-Studis im Hörsaal und hörte sich interessiert die Vorlesung über moderne Zahnmedizin an.

Wie macht man einen neuen Zahn? Dieser Frage gingen Steffani Görl, Kathrin Seidl und Sebastian Heuser nach.

Der Intraoralscanner erspart dem Patienten den lästigen Abdruck beim Zahnarzt, davon konnten sich die Kinder aus nächster Nähe ein Bild machen. Sebastian Heuser zeigte schauspielerische Talente.

An Tag 3 ging es bei der Kinder-Uni um Zahnmedizin: Markus Bernards, Kathrin Seidel, Simone Krämer (Dr. Marschner Stiftung), Mike Josef, Sebastian Heuser, Steffani Görl, Anke Sauter.

Tag 4: Vom Freund zum Feind

Am letzten Tag ging es um den Teppich von Bayeux, der wie ein Mittelalter-Comic die Geschichte der Eroberung Englands durch den Normannen Wilhelm erzählt – auf fast 70 Metern. Kunsthistorikerin Prof. Kristin Böse ließ die Kinder dabei mitfiebern, wie Harold William zunächst die Treue schwört, wie sie zusammen durch Dick und Dünn gehen. Und wie es am Ende doch zum Krieg kommt, weil der eine die Krone haben will, die der andere sich gerade hat aufsetzen lassen. Wer am Ende als Superheld, wer als Superschurke dasteht, darüber gab es geteilte Meinungen. 

Kunsthistorikerin Kristin Böse ließ das junge Publikum anhand des Teppichs von Bayeux miterleben, wie Wilhelm der Normanne England erobert hat. 

Die normannischen Pferde im Sturm auf die Engländer: Kristin Böse machte die dramatischen Ereignisse für die Kinder lebendig.

Wir danken den Förderern und Medienpartnern 


Kontakt

Dr. Markus Bernards

kinderuni@uni-frankfurt.de

Rückblick (Video)

Vorlesungen der Frankfurter Kinder-Uni 2025